Am 6. März 2026 fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Hegering Siebengebirge e.V. statt. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und spiegelte einmal mehr das große Engagement der Jägerinnen und Jäger in der Region wider.
Zu Beginn der Versammlung richtete Bürgermeisterin Heike Jüngling aus Königswinter ein Grußwort an die Anwesenden. Sie dankte den Jägerinnen und Jägern ausdrücklich für ihren ehrenamtlichen Einsatz für Natur, Wild und Landschaft. Auch Maria Oehlmann, stellvertretende Vorsitzende der Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e.V., überbrachte Grüße und würdigte die Arbeit des Hegerings.
Im anschließenden Jahresbericht gab Hegeringleiterin Susanne Wellmann einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten des vergangenen Jahres. Besonders erfreulich entwickelte sich die Mitgliederzahl: Der Hegering zählt aktuell 336 Mitglieder, darunter 18 Prozent Frauen – ein Zeichen für die zunehmende Vielfalt innerhalb der Jägerschaft.
Ein wichtiger Punkt der Tagesordnung waren die Wahlen. Der bisherige Schriftführer Sascha Hüsing wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurde Kassenprüferin Susanne Dicke.
Ehrungen für Engagement und langjährige Treue
Ein besonderer Moment der Versammlung war die Ehrung engagierter Mitglieder. Für besondere Verdienste um den Hegering Siebengebirge e.V. erhielten die Verdienstnadel in Bronze des Landesjagdverbandes NRW:
- Tatjana Gomber-Winter
- Winfried Redeligx
- Ursula Voll
- Sascha Hüsing
- Dr. Nina Effer
Darüber hinaus wurden Mitglieder für ihre langjährige Zugehörigkeit zum Hegering ausgezeichnet:
25 Jahre Mitgliedschaft
Martin Berger, Irene Feldhaus, Michael Hugenberg, Arno Lange, Rocky Nick
40 Jahre Mitgliedschaft
Jürgen Semmelsberger, Axel Stockhausen
50 Jahre Mitgliedschaft
Johann-Josef Köster
70 Jahre Mitgliedschaft
Christian Schwermer
Fachvortrag zur Rehkitzforschung
Als Referentin konnte der Hegering Dr. Luisa Fischer, Leiterin der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildtiermanagement, begrüßen. Sie stellte ein wissenschaftliches Projekt zur Markierung von Rehkitzen vor, an dem sich auch die Kitzrettungsteams des Hegerings ab April dieses Jahres beteiligen wollen.
Neben dem Schutz der Rehkitze während der Mahd verfolgt das Projekt mehrere wissenschaftliche Ziele. Untersucht werden sollen unter anderem:
- mögliche Verschiebungen des Setzzeitpunktes,
- Abwanderungsdistanzen von Jungtieren,
- Verhaltensänderungen bei veränderten Lebensräumen (z. B. auf Kalamitätsflächen),
- Zusammenhänge zwischen Wildunfällen und Straßencharakteristika,
- sowie territoriale Anpassungen der Tiere.
Die im Rahmen der Kitzrettung gefundenen Rehkitze sollen mit farblich jährlich wechselnden Ohrmarken gekennzeichnet werden. Wichtig ist dabei, dass entsprechend markierte Rehe – sollten sie krank oder tot aufgefunden werden – an die Forschungsstelle oder den Hegering gemeldet werden, damit die Daten wissenschaftlich ausgewertet werden können.
Das Projekt befindet sich derzeit noch in der Genehmigungsphase und wird in Nordrhein-Westfalen als Tierversuch eingestuft.
Die Mitgliederversammlung zeigte einmal mehr, wie eng jagdliches Engagement, Naturschutz und wissenschaftliche Forschung im Hegering Siebengebirge miteinander verbunden sind
Anna Maria Müller