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Über die Hubertusmesse

Die Hubertusmesse, die wir heutzutage hören, hat ihre Wurzeln in Frankreich und in den französisch sprechenden Gebieten Belgiens. Traditionsgemäß gingen die Jäger dort am Hubertustag, dem 03. November, in die Kirche, um zu Ehren des Schutzpatrons der Jagd, dem Heiligenden Hubertus, eine Messe zu feiern. In die Messe nahmen sie ihre Hörner mit. Dies waren Parfocehörner (Hörner, die beim Ritt zu Pferd über der Schulter getragen werden konnten), die Vorgänger des heutigen symphonischen Waldhorns, in England auch French Horn genannt.

Aus den Signalen, die ursprünglich zur Verständigung während der Jagd dienten, entwickelten auch durch die immer exzellentere Beherrschung der Instrumente mehrstimmige Spielstücke.

Anfang 1900 wurden die verschiedenen Spielstücke von mehreren Franzosen gesammelt und so zusammengestellt, dass damit eine musikalische Begleitung einer Messe möglich wurde. Die bekannteste Ausgabe davon, die 1934 erschien, ist „La Grande Messe de St. Hubert“ für Parforcehörner von Jules Cantin. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam diese Komposition nach Deutschland, allerdings mit wenig Akzeptanz. Dies änderte sich erst als Reinhold Stief in den sechziger Jahren mehrere Sätze dieser Sammlung für seine Kurpfälzer Gruppe bearbeitete. In der Folgezeit bearbeiteten und veröffentlichten noch andere, wie zum Beispiel Herbert Neuhaus und Michael Welsch, die Cantin-Version. 

Ab dem Jahr 2006 bearbeitete Annette Calkin, die in diesem Jahr verstorbene ehemalige musikalische Leiterin der Jagdhornbläsergruppe des Hegerings Siebengebirge, die bekannten Versionen der Hubertusmesse unter Berücksichtigung der hier gespielten Instrumente, den Ventil-Plesshörnern und den Schalt-Parforcehörnern. 

Es gibt keine kanonisierte Hubertusmesse sondern lediglich die Tradition, nach einer Jagd die Messe zu feiern. Deswegen hat jede / jeder musikalische Bearbeiter/in seine eigenen Vorstellungen eingebracht. Deshalb hat auch die Jagdhorn-Messe der Jagdhorngruppe des Hegerings Siebengebirge ihren eigenen Stil und Klang.

Johannes-Martin Hoffmann  

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