Hegering Kalender

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Nationalpark

Natürlich warm

Jäger nutzen nachhaltig erzeugten Rohstoff

Tragen sie einen Pelzmantel? Nein? Dann sind sie in guter Gesellschaft, denn für Omas Pelzmantel mussten oft geschützte oder unter zweifelhaften Umständen gehaltene Pelztiere ihr Leben lassen. Tatsächlich tragen viele Modebewusste wieder Pelz in Form eines Kragens an der Kapuze – doch auch hier ist die Quelle der Felle oft im Dunkeln.

Der Deutsche Jagdverband hat sich 2016 zur Aufgabe gemacht hier eine Alternative zu bieten und nachhaltig erzeugte Felle von heimischen Raubtieren besser als bisher verfügbar zu machen. Diese Initiative heißt Fellwechsel und wird von den Hegeringen Siebengebirge und Agger-Sieg tatkräftig unterstützt.

Warum werden Raubtiere, wie Fuchs, Dachs, Marder, Waschbär und andere Arten bejagt? Zum einen steht der Schutz von Rebhuhn, Fasan und Hase im Vordergrund. Hier gehören vor allem ihre Jungtiere in das Beutespektrum von Fuchs und Co. Die Räuber werden immer zahlreicher, da sie keine natürlichen Feinde haben. Alle drei Arten sind stark zurückgegangen und Untersuchungen haben gezeigt, dass sich diese Arten mit Landschaftsgestalterischen Maßnahmen alleine nicht erholen können. Zu sehr setzen ihnen das geringere Nahrungsangebot an Insekten und Grünstreifen sowie die Raubsäuger zu.

Zum anderen unterstützen die Jäger Artenschutzprogramme und die Umsetzung der EU-Verordnung zum „Management invasiver Arten“ wie z.B. Mink, Marderhund und Waschbär.

Bei der Jagd auf all diese Raubtiere fällt ein bisher in Deutschland nur von Jägern genutzter Rohstoff, das sehr wertvolle Fell an.

Um die Jäger bei der zeitaufwendigen Arbeit vom Abstreifen des Felles, dem Gerben bis zum Endprodukt zu unterstützen, wurde eine zentrale Station in Deutschland für diese Arbeiten eingerichtet. Hier werden die kompletten Wildkörper angeliefert und professionell weiterverarbeitet. Das Endprodukt sind dann Produkte wie Mützen oder Handwärmer aus nachhaltig erzeugtem Fell von heimischen Wildtieren.

Bleibt noch die logistische Aufgabe das Wild zu sammeln und an die Zentralstelle zu senden. Hier wurden die örtlichen Jägerorganisationen angefragt, regionale Sammelstellen einzurichten, von denen die Tiere abgeholt werden. Im Rhein-Sieg-Kreis haben der Hegering Siebengebirge und der Hegering Agger-Sieg gemeinsam eine Sammelstelle eingerichtet, eine Gefriertruhe beschafft und die Logistik organisiert; die Hegeringe teilen sich die Kosten. Dort können die Mitglieder der beiden Hegeringe das erlegte Raubwild anliefern.

Diese neue Zusammenarbeit zeigt, wie wichtig den Hegeringen dieses Projekt ist. Sie jagen nachhaltig mit großer Freude und Professionalität und machen sich Gedanken um die Verwertung. Auch das Fell unserer Wildtiere liefert überzeugende Produkte, gerade in der kalten Jahreszeit heißt das Angebot: Natürlich warm!

 

 

 

Hubertus - Schutzpatron der Jäger

Es ist ein ganz wichtiger Termin für uns Jäger im Siebengebirge, Anfang November die Hubertusmesse. Am Sonntag, den 04.11. trafen wir uns in der Pfarrkirche Sankt Martin in Bad Honnef/Selhof. Wie auch im letzten Jahr waren die Farben rot und grün sehr präsent. Wieder feierten die Karnevalisten von der Karnevalsgesellschaft „Halt Pol“ und die Jäger vom Hegering Siebengebirge einen gemeinsamen Gottesdienst. Wir gedenken unseren Verstorbenen, feiern unsere Schutzpatrone und freuen uns auf die kommende Session und auf unsere herbstlichen Jagden. Der „Introitus“, geblasen von der Bläsergruppe des Hegeringes begrüßte ein volles Gotteshaus. Die Nächstenliebe, die Achtung der Schöpfung und damit die Grundlage unseres Zusammenlebens waren das zentrale Thema der Lesung und der Predigt von Dr. Herbert Breuer. Wir müssen grundlegende ökologische Zusammenhänge erfahren, es beginnt mit ganz kleinen Lebewesen, den Insekten. Wir Jäger haben uns in diesem Jahr die Förderung der Insekten zum Ziel gesetzt. Sie sollen geschützt werden, damit sie sich vermehren können; sie sind dringend erforderlich für ein nachhaltig funktionierendes Ökosystem. Kein Obst, kein Gemüse wie Tomaten und Gurken ohne ihre Mithilfe. Dr. Breuer betonte, dass wir schon im Kleinen die wunderbare Schöpfung Gottes erkennen können, sie lieben lernen und sie mit tiefer Dankbarkeit annehmen können. Auch zur Nächstenliebe zählt das Motto der Karnevalisten. Jeder Jeck ist anders, aber er gehört zu uns. Freude verbreiten, andere zum Lachen bringen, ein ganz wichtiger Weg zueinander zu finden, sich wohl zu fühlen. Auch hier erfahren wir die Botschaft des Evangeliums, nur in der Achtung unserer Mitmenschen den Weg zum guten Zusammenleben zu finden.

Die Bläsergruppe des Hegeringes begleitete den Gottesdienst in beeindruckender und teilweise auch nachdenklich stimmender Weise. Es ist geht uns Jägern schon sehr nahe, wenn wir im Gottesdienst aller unserer Verstorbener so würdevoll gedenken, dann aber auch mit großer Freude den jagdlichen Melodien lauschen. Das „Sortie“ unsere Bläser und der Segen von Herrn Dr. Breuer mit den besten Wüschen für alle Mitfeiernde beendete ein Fest, was uns Mut gegeben hat.  Wir die Jäger und die Karnevalisten freuen uns auf neue Begegnungen.

Dank an Alle sei gesagt, Dr. Breuer für seine guten Worte, Anette Calkin und unseren Bläsern für die so gekonnte musikalische Begleitung des Gottesdienstes und die tollen Zugaben im Anschluss an den Gottesdienst- großer Applaus. Auch dem Team, das das Gotteshaus so bunt und herbstlich geschmückt hat, es war ein rundum  schöner Tag.

 

Wenn es in der Schule krabbelt und summt

 Die Katholische Grundschule Sankt Martinus stellte am 4.10.2018 zusammen mit dem Hegering Siebengebirge ein Insektenhotel an der Grundschule in Bad Honnef auf. Grundschüler übernehmen das Insektenhotel und freuen sich auf den Einzug der ersten Insekten im zeitigen Frühjahr 2019. Gefördert wurde das Projekt mit freundlicher finanzieller Unterstützung der Kreisparkasse Köln aus den Mitteln des PS-Sparens. Hiermit werden gemeinnützige Projekte unterstützt, in diesem Fall steht der Tierschutz im Vordergrund des Vorhabens.

Die Sankt Martinus Grundschule ist im Netzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ im Rahmen der Kampagne „Schule der Zukunft“ aktiv beteiligt und sieht diese Maßnahme als weiteren Schritt zu einer naturnahen Umwelt in Bad Honnef.

„Ab vier Beinen wird es unübersichtlich“ äußert sich ein Elternteil im Vorfeld zu der Aktion. Insekten haben noch immer keinen guten Leumund. Sie stechen, krabbeln mit sechs Beinen, übertragen Krankheiten und bringen auch Insektenliebhaber um den Nachtschlaf. Nur selten erleben Bürger den praktischen Nutzen von Insekten z.B. bei der Honigproduktion oder im Obstanbau durch Bestäubung.

Für Aufsehen sorgte eine Langzeitstudie von insektenkundigen Privatleuten aus Krefeld. Sie hatten festgestellt, dass in den letzten 27 Jahren die Insekten im Raum Krefeld um 75% abgenommen haben. Obwohl seit dem das Insektensterben dem Waldsterben den Popularitätsrang abgelaufen hat, zeigt diese Studie noch einen wichtigen Zusammenhang auf. In ganz Europa gibt es kein Forschungsinstitut, das sich um die Verteilung und Häufigkeit von Insekten kümmert, keine Forschungsgelder gehen in so ein untechnisches, scheinbar rückwärtsgewandtes Thema – und so ist es diesem kleinen Entomologischen Verein aus Krefeld überlassen gewesen die internationale Forschergemeinschaft und die Gesellschaft wach zu rütteln.

Doch wo sollen die zukünftigen Insektenforscher herkommen? Seit langem ist bekannt, dass nur geschützt werden kann, was auch bekannt ist. Aus diesem Grund kommt der Verbreitung von Wissen um Lebensweise und Arten von Insekten eine große Bedeutung zu.

Die Sankt Martinus Grundschule mit der Initiative von Lehrerin Stefanie Dörpinghaus möchte das Wissen um Insekten und deren Lebensweise wieder mehr in den Mittelpunkt bringen und stellt deshalb auf dem Schulgelände ein Insektenhotel auf. Insektenhotels sind, aus verschiedenen Naturstoffen wie Bambusröhren und Tannenzapfen bestehende Stellwände, die von unterschiedlichen Insekten wie Solitärbienen oder Wespen gerne aufgesucht und dann beobachtet werden können. Wespen und nicht in Kolonien lebende Frühjahrsbienen nutzen die Bohrungen und Bambusrühren um dort ihre Eier abzulegen, die dann im Frühjahr 2020 schlüpfen werden.

„Stechen Bienen und Wespen jetzt die Grundschüler?“ war eine weitere Elternfrage, die zu klären war. Nein! Die Bienen und Wespen, die in so einem Insektenhotel Einzug halten, sind nicht Staatenbildend, haben also kein Volk zu verteidigen und stechen deshalb auch nicht.

Aufgestellt und angebracht wurde das Hotel von der Jungjägergruppe des Hegering Siebengebirges, organisiert von Thomas Klingmüller.

Dr. Bernd Zimmermann

Es krabbelt und summt jetzt auch in Oberpleis

Die Katholische Grundschule "Sonnenhügel" in Königswinter Oberpleis übernahm am 29.11.2018 das von der Jägerschaft Hegering Siebengebirge gestiftete Insktenhotel. Sponsor war auch wieder die Kreissparkasse Köln, die aus den Mitteln des PS-Sparens uns einen hohen Geldbetrag zum Zwecke des Naturschutzes zu Verfügung stellte - dafür ganz herzlichen Dank von Allen. Die Kinder der Grundschule  mit der Schulleiterin Alexandra Weber waren begeistert. Sie stellten viele Fragen und hatten auch einiges beizutragen. Kostet das Hotel Geld? Wann ziehen die Insekten ein? Stechen die Insekten? Wer wohnt wo im Hotel? Alles wurde genau erklärt. Eine Zweitklässerin konnte ihr Wissen zur Nachwuchspflege bei Bienen anbringen, sie hatte es bei Biene Maja gesehen und war sehr beeindruckt. Jetzt können Wildbienen, Marienkäfer, Florfliegen, Schmetterlinge und Co. einziehen, alles wertvolle Nützlinge im Kreislauf der Natur. Die Lehrer/innen der Schule wollen das Insektenhotel in den kommenden Monaten in den Unterricht einbringen, erklären und das Wissen um unsere Insekten verstärken. Schon jetzt sind Wiese und Schmetterlinge in der zweiten Klasse thematisiert worden. Die Kinder werden auf jeden Fall im Frühjahr aufmerksam beobachten, sie sind schon ganz aufgeregt und freuen sich sehr. Optimal steht das Hotel an der Schule mit freiem Blick in das Oberpleiser Hügelland.

Wir haben mit zwei Insektenhotels ein sehr gutes Projekt gestartet, danke an die Kreissparkasse Köln, an das Montageteam und an Alle, die von der Entwicklung der Idee bis zur Fertigstellung mitgearbeitet haben.

Heinz Jüngst

 

 

 

 

Wildbrethygiene und Wildbretvermarktung

Für unseren Oktoberstammtisch am 01.10.2018 um 20.00 Uhr in der Gaststätte Margarethenkreuz auf der Margarethenhöhe hatten wir Herrn Klaus Oehlmann als Referenten gewinnen können.  Er referierte über aktuelle Fragen der Wildbrethygiene und Wildbretvermarktung. Wir hielten dieses Thema für so wichtig, dass wir dazu auch unseren Pächterkreis (Pächter und Mitjagende im Siebengebirge) ganz herzlich eingeladen hatten. Gerade die Pächter müssen sich fast täglich mit diesen Fragen beschäftigen. So kam eine große und sehr fachkundige Runde zusammen, um viele Fragen zu stellen und Anregungen aufzunehmen. Das Auditorium war sehr gut besucht, die Ausführungen des Referenten klar und deutlich. Jagd ist Handwerk, wir sind als Jäger und Erleger von Wild Lebensmittelerzeuger und damit gelten zahlreiche Vorschriften des Lebensmittelrechts. Es zeigt aber auch die hohe Verantwortung, die wir Jäger dabei tragen. Die Wildfleischhygiene beginnt schon vor dem Schuss mit der Beurteilung unseres Wildes auf nicht bedenkliche , d.h. eventuell die Gesundheit beeinträchtigende Merkmale. Dann das saubere und zügige Aufbrechen und das zeitnahe Verbringen in die Kühlungen. Die vorgeschriebene Untersuchung auf Trichinen gehört beim Schwarzwild schon zur Routine – sie ist in NRW auch kostenfrei. Es bieten sich dann neben dem Eigenverbrauch unterschiedliche Vermarktungswege an. Der Verkauf des kompletten Wildes an den Wildhandel, die Lieferung an anerkannte Wildverarbeitungsbetriebe zur Verarbeitung zu Wildwurst, Wildschinken und vieles mehr. Auch Restaurants und Kantinen sind unsere Abnehmer, sie werben mit regionalen, naturnahen und gesunden Produkten, wir unterstützen sie dabei. Bekannt ist die hohe biologische Wertigkeit von Wildfleisch: reich an hochwertigem Eiweiß, sowie Mineralstoffen; es ist fett- und cholesterinarm und enthält viele Vitamine und Spurenelemente. Beim Verkauf müssen die Jäger den Verbleib des Wildfleisches lückenlos dokumentieren und im Bedarfsfall bis zu 2 Jahre nachweisen. Wichtig ist, unterschiedliche Absatzwege zu schaffen, bei einem saisonal zum Teil sehr hohen Angebot nicht immer ganz leicht. Werbung für unser Wildfleisch und deren Produkte wird immer wichtiger.  Im Anschluss an den Vortag blieb noch Zeit für einen regen Gedankenaustausch, es war eine sehr gelungene Veranstaltung. Wir werden uns in diesem Rahmen sicherlich wieder zusammenfinden, um uns über aktuelle und wichtige Themen kundig zu halten. Mein Dank gilt den Organisatoren und vor allem dem Referenten.

Schmackhaftes Wildbret aus heimischen Revieren

Aus dem Wald auf den Grill

Ende August fand in der Villa Heckenfells, einem beindruckenden Gebäude aus den 30er Jahren in Bad Honnef ein Wildessen statt. Eingeladen hatte der Hausherr mit seiner Gattin gemeinsam mit den hiesigen Jagdpächtern Frank Winter und Franz Marcos. Es gab Wildschwein und Reh vom Grill. Neben Freunden und Bekannten des Gastgebers waren auch einige Jagdfreunde der Pächter eingeladen.

Die Idee zum Grillfest entstand durch ein Schwarzwildproblem auf dem recht großen Gelände um die Villa. In zurückliegender Zeit hatte das Schwarzwild dort größere Schäden auf den Wiesenflächen angerichtet. Als jetzt im Frühjahr erneut Schäden auftraten, wurde der örtliche Pächter gebeten sich dem Problem anzunehmen. Dieses konnte dann recht schnell gelöst werden. Man kam ins Gespräch und die Idee ein Grillfest zu organisieren wurde geboren. Das Beispiel zeigt wie man auch Nichtjägern die Jagd näherbringen und Wild auf viele Arten schmackhaft zubereitet werden kann.

Herzlichen Dank den Gastgebern für die Ausrichtung.

J. Semmelsberger

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